Laser-Wellenausrichtung vs. Zifferblatt-Indikatoren: Die Unterschiede und warum sie wichtig sind
17.09.2025
Die Ausrichtung rotierender Maschinen ist ein kritischer Teil der ordnungsgemäßen Gerätewartung, insbesondere da bis zu 50 % der Maschinenausfälle auf Fehlausrichtung zurückgeführt werden können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ausrichtungsarbeiten durchzuführen. Die gängigsten Methoden beruhen auf Messuhren oder Laser-Ausrichtungsgeräten.
Messuhren werden bereits seit über hundert Jahren für Ausrichtungsarbeiten eingesetzt. Und obwohl Laser-Ausrichtungsgeräte die neuere Erfindung sind, kommen sowohl Messuhren als auch Laser-Ausrichtungsgeräte nach wie vor regelmäßig zum Einsatz.
Dieser Artikel dient als praktischer Leitfaden, der Wartungstechnikern und -leitern die Entscheidung zwischen dem Einsatz traditioneller Messuhren und neueren Laser-Ausrichtungsmethoden erleichtert. Er gibt zudem einen Einblick in die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden.
Messuhren: die ältere, zeitintensive Ausrichtungsmethode
Messuhren sind eine bewährte Methode für die Wellenausrichtung. Ein wesentlicher Vorteil von Messuhren – und der Grund, warum viele Unternehmen nach wie vor auf sie setzen – ist, dass sie ein kostengünstiges Ausrichtungsgerät darstellen. Vielen Unternehmen, die bestrebt sind, ihre Wartungskosten niedrig zu halten, dienen Messuhren als brauchbare und kostensparende Option für die Wellenausrichtung.

Allerdings führen Messuhren zu unnötiger Komplexität und mehr Zeitaufwand beim Ausrichtungsprozess, was letztlich die Produktivität von Technikern beeinträchtigt und die Arbeitskosten in die Höhe treibt, da Personal zusätzliche Zeit für die Durchführung der Ausrichtung aufwenden muss. Einschränkungen bei der Wellenausrichtung mit Messuhren:
- Erfordert Vorausrichtung: Um eine Messuhr effektiv einzusetzen, muss Ihr Team vor Beginn der Ausrichtung mit der Messuhr eine Vorausrichtung mit einer Richtlatte durchführen. Die Techniker müssen zudem auf Kippfuß prüfen, um sicherzustellen, dass die Messuhr korrekte Messwerte liefert.
- Schwierigkeiten bei der Anbringung: Die ordnungsgemäße Anbringung von Messuhren an Wellen kann eine Herausforderung darstellen. Und auch nach der Anbringung erfordert die Wellenausrichtung mit Messuhren mehrere Durchgänge, um verschiedene Arten von Fehlausrichtung zu messen. Beispielsweise müssen Techniker nach der Vorausrichtung vier verschiedene Ausrichtungsgrade messen: horizontale Winkelabweichung, horizontale Parallelabweichung, vertikale Winkelabweichung und vertikale Parallelabweichung. Jede Messung erfordert die korrekte Positionierung der Messuhr, das Messen, das Einstellen und anschließend das erneute Messen, um die Ausrichtung zu bestätigen.
- Herausforderungen bei der Messung: Die Messuhr muss visuell abgelesen werden, doch bestimmte Maschineneinrichtungen können das Ablesen der Messuhr in jeder Position erschweren, sodass Spiegel oder andere Hilfsmittel benötigt werden. Dies kann zu Fehlern führen, da Techniker häufig in dunklen, beengten Umgebungen arbeiten und Fehler machen können.
- Manuelle Aufzeichnung und Berechnungen: Die Messwerte der Messuhr müssen manuell abgelesen und erfasst werden. Alle Berechnungen müssen ebenfalls manuell durchgeführt werden, wodurch menschliche Fehler möglich sind.
- Eingeschränkte Bedienerfähigkeiten: Die Techniker, die Ausrichtungsarbeiten mit Messuhren durchführen, müssen genau wissen, wie man die Messuhren abliest und welche Informationen die Messuhr darüber liefert, wie die Maschine einzustellen ist, um eine korrekte Ausrichtung zu erreichen. Das Qualifikationsniveau der einzelnen Techniker kann die Ausrichtungsergebnisse beeinflussen.
- Eingeschränkte Genauigkeit: Selbst erfahrenste Techniker sind durch die Genauigkeit der Messuhr eingeschränkt. Faktoren, die sich auf die Genauigkeit auswirken:
- Durchhängen von Messuhrenhalterungen: Selbst geringfügiges Durchhängen kann die Messung verfälschen und die Zuverlässigkeit der Ausrichtung beeinträchtigen.
- Geringe Auflösung: Jeder Messwert kann einen Rundungsfehler von bis zu 0,005 mm aufweisen, was sich im Endergebnis zu einem Fehler von bis zu 0,04 mm summieren kann.
- Klemmende Zeiger: Manchmal muss gegen die Messuhr geklopft werden, damit sich der Zeiger setzt, was die Messung beeinträchtigen kann.
Obwohl das Werkzeug selbst kostengünstiger ist, stellt die Wellenausrichtung mit Messuhren also einen anspruchsvollen, zeitaufwändigen Prozess dar. Selbst erfahrene und optimal ausgebildete Techniker können kleine Fehler machen, die eine präzise Ausrichtung verhindern.
Laser-Ausrichtungsgeräte: Eine schnellere, präzisere Ausrichtungsmethode
Laser-Ausrichtungsgeräte stellen einen bedeutenden Fortschritt bei der Wellenausrichtung dar, denn sie bieten mehr Präzision, Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit als herkömmliche Methoden mit Messuhren. Diese Systeme nutzen Laserstrahlen und Sensoren, um die Ausrichtung mit hoher Genauigkeit zu messen, was den Prozess beschleunigt und Ausfallzeit reduziert. Unternehmen, die Wert auf Effizienz und Präzision legen, entscheiden sich daher häufig für Laser-Ausrichtungsgeräte.

Die wichtigsten Vorteile von Laser-Ausrichtungsgeräten sind:
- Hohe Präzision und Genauigkeit: Laser-Ausrichtungssysteme liefern Messwerte mit außergewöhnlicher Genauigkeit von bis zu 0,001 mm. Diese Präzision minimiert Fehler und stellt sicher, dass die Ausrichtung von Maschinen innerhalb der optimalen Fehlergrenzen liegt, wodurch sich der Verschleiß verringert und die Lebensdauer der Maschinen verlängert.
- Vereinfachte Einrichtung und Bedienung: Im Gegensatz zu Messuhren erfordern Laser-Ausrichtungsgeräte nur minimalen Einrichtungsaufwand und keinerlei Vorausrichtung. Der Lasersender und der Sensor werden an den Wellen montiert, und das System erkennt Fehlausrichtungen automatisch. Viele Systeme führen den Techniker mit benutzerfreundlichen Bedienoberflächen durch den Prozess, sodass umfangreiches Training entfällt.
- Feedback und Anpassungen in Echtzeit: Lasersysteme liefern Echtzeitdaten auf einem digitalen Display, sodass Techniker Anpassungen vornehmen und die Auswirkungen unmittelbar erkennen können. Dadurch entfallen mehrfache Messungen und Neupositionierungen, was den Ausrichtungsprozess beschleunigt.
- Automatisierte Berechnungen und Dokumentation: Laser-Ausrichtungsgeräte berechnen die Ausrichtungsabweichungen automatisch und schlagen Korrekturmaßnahmen vor, sodass manuelle Berechnungen entfallen und menschliche Fehler reduziert werden. Viele Systeme generieren zudem digitale Berichte, wodurch die Dokumentation und die Einhaltung von Wartungsaufzeichnungen vereinfacht werden.
- Vielseitigkeit in allen Anwendungsbereichen: Laser-Ausrichtungssysteme können verschiedene Arten von Fehlausrichtungen (horizontal, vertikal, winklig und parallel) bei einer einzigen Messung erfassen. Sie können zudem an verschiedene Maschinentypen und -größen angepasst werden und eignen sich daher für verschiedenste industrielle Anwendungen.
- Reduzierte Ausfallzeit: Die Geschwindigkeit und Effizienz von Laser-Ausrichtungsgeräten trägt zu erheblichen Verringerung des Ausrichtungsaufwands bei. Dadurch werden die Anlagen-Ausfallzeit minimiert, die Produktivität der Techniker erhöht und die Arbeitskosten gesenkt.
- Verbesserte Zugänglichkeit: Lasersysteme verfügen häufig über drahtlose Konnektivität, sodass Techniker sie aus sicherer Entfernung oder in engen, schwer zugänglichen Bereichen bedienen können, ohne auf Spiegel oder manuelles Ablesen angewiesen zu sein.
Zwar sind Laser-Ausrichtungsgeräte in der Anschaffung meist teurer als Messuhren, doch aufgrund ihrer Präzision, Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit stellen sie langfristig eine wertvolle und kostengünstige Lösung dar.
Wichtige Laser-Ausrichtungsfunktionen zur Erleichterung jeder Ausrichtungsaufgabe
1984 brachte Prüftechnik mit dem OptAlign das weltweit erste optische Einzellaser-Wellenausrichtungssystem auf den Markt. Dieses Laser-Ausrichtungsgerät hat neue Maßstäbe in der Ausrichtungstechnologie gesetzt, und die Innovationen von Prüftechnik haben in den vergangenen Jahrzehnten die Ausrichtungstechnologie kontinuierlich verbessert und vereinfacht. Zu den Laser-Ausrichtungsgeräten von Prüftechnik gehören heute auch ShaftAlign und RotAlign, die jeweils speziell dafür entwickelt wurden, häufige Ausrichtungsfehler zu beseitigen und eine präzise Wellenausrichtung schneller zu erreichen als mit Messuhren.
Mit der LiveMove-Funktion kann die Maschine noch bei installiertem Laser-Ausrichtungssystem ausgerichtet werden. Der Anwender sieht Echtzeit-Feedback auf dem Bildschirm und erkennt sofort, wann die Ausrichtung innerhalb der Fehlergrenzen erreicht ist.
Eine weitere wichtige Funktion von Prüftechnik ist LiveTrend: Sie zeichnet die thermische Ausdehnung der Maschine im Betrieb auf. Diese Funktion ermöglicht eine genaue Ausrichtung, bei der die thermische Ausdehnung beim Ausrichten berücksichtigt wird, sodass eine präzise Ausrichtung auch nach dem Auftreten von thermischer Ausdehnung erreicht werden kann – eine Aufgabe, die mit Messuhren unmöglich zu bewältigen ist.
Die Ausrichtungsgeräte von Prüftechnik sind intuitiv und bedienungsfreundlich. Sie beinhalten digitale Arbeitsabläufe mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, sodass Techniker die Ausrichtung erfolgreich durchführen können, unabhängig davon, ob sie Ausrichtungsprofis sind oder zum ersten Mal ein Ausrichtungsgerät verwenden. Automatisch berücksichtigen sie häufige Probleme wie Kupplungsspiel, begrenzte Bewegungsbereiche und Schwingungen von umgebenden Maschinen. Die Cloud-Konnektivität ermöglicht dabei eine einfache und genaue Aufzeichnung.
Mit den Laser-Ausrichtungsgeräten und den fachkundigen Ausrichtungsdiensten von Prüftechnik erzielen Sie schnell eine präzise Ausrichtung. Entdecken Sie unser umfassendes Angebot an Lösungen für die lasergestützte Wellenausrichtung, um das beste Laser-Ausrichtungssystem für Ihre Anforderungen zu finden.
Die endgültige Entscheidung: Wellenausrichtung mit Laser oder Messuhr?
Beim Vergleich der Wellenausrichtung mit Laser oder Messuhr kommt es häufig darauf an, die Anschaffungskosten gegen langfristige Effizienz und Präzision abzuwägen. Messuhren sind zwar kostengünstiger in der Anschaffung, erfordern jedoch mehr Zeit, Fachwissen und manuellen Aufwand, was aufgrund ihrer komplexen Einrichtung und begrenzten Genauigkeit zu höheren Arbeitskosten und potenziellen Fehlern führen kann.
Im Gegensatz dazu bieten Laser-Ausrichtungsgeräte, obwohl sie anfangs kostspieliger sind, eine überlegene Präzision, Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit, wodurch Ausfallzeit und Wartungskosten langfristig erheblich reduziert werden. Für Unternehmen, die Wert auf Genauigkeit und Produktivität legen, sind Laser-Ausrichtungssysteme die effektivere Lösung.