Damit Ihre Welt intakt bleibt.
Home  |  Anwendungsberichte  |  Eigensicherheit  |  Home

Eigensicherheit

Was versteht man unter "eigensicher"? »

Für welche Branchen sind die eigensicheren Produkte vorgesehen? »

Welche sind die drei entscheidenden Faktoren bei der Entzündung? »

Welche Vorschriften und Richtlinien gibt es? »

Zulassungsbehörden, Beispiele »

Erläuterung der Produktklassifizierungssysteme »

Eigensichere Fluke-Produkte


Eigensicherer Stromschleifenkalibrator 707Ex »

Eigensicherer Druckkalibrator 718Ex »

Multifunktions-Prozesskalibrator 725Ex »


Was versteht man unter "eigensicher"?

Eigensicherheit ist die technische Eigenschaft eines Gerätes, die sicherstellt, dass selbst im Fehlerfall kein unsicherer Zustand auftritt. Eigensichere elektronische Geräte sind so ausgelegt, dass sie nicht genügend Energie freisetzen können, um eine Entzündung von brennbaren Substanzen zu verursachen. Die Normen zur Eigensicherheit beziehen sich auf alle Geräte, die mindestens eine der verschiedenen definierten potenziellen Explosionsquellen erzeugen können.

  • Elektrische Funken
  • Elektrische Lichtbögen
  • Flammen
  • Heiße Oberflächen
  • Statische Elektrizität
  • Elektromagnetische Strahlung
  • Chemische Reaktionen
  • Mechanischer Stoß
  • Mechanische Reibung
  • Kompressionszündung
  • Schallenergie
  • Ionisierende Strahlung

Für welche Branchen sind die eigensicheren Produkte vorgesehen?

  • Chemie und Petrochemie
  • Bohrinseln und Raffinerien
  • Pharmazeutische Industrie
  • Pipelines
  • Jede Umgebung, in der explosive Gase oder Dämpfe vorhanden sein können, z. B. im Bergbau

Die drei entscheidenden Faktoren bei der Verbrennung sind:

  • Brennbare Substanz (Gase, Partikel/Staub)
  • Sauerstoff/Luft
  • Zündquelle

Diese Kombination findet sich häufig in der chemischen, petrochemischen und pharmazeutischen Industrie. Die unten aufgeführten Beispiele für die zündfähige Stoffmenge zeigen, wie klein die Menge ist, die für Menschen gefährlich werden kann.

Substanz

Untere Explosionsgrenze (Volumenprozent in der Luft)

Acetylen 2.3
Ethylen 2.3
Benzin ~0.6
Benzol 1.2
Erdgas 4.0(7.0)
Heizöl/Diesel ~0.6
Methan 4.4
Propan 1.7
Schwefelkohlenstoff 0.6
Wasserstoff 4.0

Welche Vorschriften und Richtlinien gibt es?

ATEX (Europa)

Die EU-Richtlinie 94/9/EG, meist als ATEX ("Atmosphères Explosibles") bezeichnet, ist die in Europa relevante Richtlinie für Schutzsysteme und -geräte, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Atmosphären vorgesehen sind. Sie ist als umfassende Harmonisierungsrichtlinie gedacht, legt wesentliche Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen fest und ersetzt die voneinander abweichenden nationalen und europäischen Gesetze.

Diese Richtlinie gilt verbindlich für elektrische und elektronische Geräte, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen vorgesehen sind und nach dem 1. Juli 2003 in der EU verkauft wurden.

Von ATEX abgeleitete Vorschriften werden überall auf der Welt eingeführt.

NEC (USA)

Der National Electrical Code (NEC) ist die Grundlage für alle elektrischen Normen in den USA. Klassifizierungen und entsprechende Produktkennzeichnungen für gefährliche Bereiche sind in NEC 500 und NEC 505 enthalten. Auslegungen von NEC 500, einer schon seit langem bestehenden Vorschrift, werden weltweit (außerhalb von Europa) verwendet. NEC 505 entspricht in weiten Teilen ATEX.


Akkreditierte Zulassungsstellen, Beispiele

Factory Mutual

Factory Mutual Research, die zu Factory Mutual (FM) Global gehört, hat Zertifizierungsrichtlinien für Geräte festgelegt, die in explosionsgefährdeten Atmosphären verwendet werden.

Canadian Standards Association (CSA)

Zulassungsbehörde für nordamerikanische Vorschriften mit Sitz in Toronto, Kanada.
 

ZELM

Akkreditierte Zulassungsstelle für ATEX mit Sitz in Deutschland. Arbeitet auch mit FM zusammen.
 

KEMA

Akkreditierte Zulassungsstelle für ATEX mit Sitz in den Niederlanden.


Erläuterung der Produktklassifizierungssysteme

Jedes zugelassene eigensichere Gerät ist den Richtlinien von ATEX und entweder NEC oder Factory Mutual geprüft worden. Aus dem entsprechenden Klassifizierungssystem geht hervor, für welche Zonen, welchen Schutztyp, welche Gasgruppen und Temperaturklassen das Gerät zugelassen ist.

Beispiel: Fluke 707ex ist ATEX-konform nach II 2 G EEx ia IIC T4


Das ATEX-Prüfzeichen. Mit diesem Zeichen müssen alle Geräte versehen sein, die in der Europäischen Union für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen vorgesehen sind.
II 2 G II 2 G – Die Klassifizierung der Zonen. II – bedeutet, dass das Gerät für alle Umgebungen mit Ausnahme des Bergbaus zugelassen ist. 2 – bezeichnet die Kategorie des Geräts, wobei das Gerät in diesem Fall für die zweitgefährlichsten Bereiche spezifiziert ist. G – steht für die Atmosphäre, in diesem Fall Gas, Dämpfe und Nebel.
EEx bezeichnet den Explosionsschutz nach der relevanten europäischen CENELEC Norm.
ia bezeichnet die Art des Schutzes gegen Explosion. In diesem Fall wurde die Energie in einem Gerät oder Steckverbinder auf einen sicheren Wert reduziert.
IIC Gasgruppe oder Explosionsgruppe. IIC – gibt die Eignung für die gefährlichsten Gasgruppen an.
T4 die Temperaturklasse, gibt die zulässige Maximaltemperatur einer Oberfläche an. T4 ist bis 135 °C spezifiziert.
  Beispiel für eine Factory-Mutual-Klassifizierung: Fluke 707ex ist FM-klassifiziert mit N.I. Class 1, Div 2, Groups A-D, T4.
Das Factory-Mutual-Zulassungszeichen.
N.I. Nicht zündgefährliches Gerät. Die intern auftretende Energie ist begrenzt, sodass eine spezifizierte Atmosphäre durch die Verwendung des Geräts nicht gezündet werden kann.
Class I zur Verwendung bei Gasen, Dämpfen und Flüssigkeiten (kein Staub, keine Fasern oder Späne).
Div 2 zertifiziert zur Verwendung in Zone 2, in der eine explosionsgefährdete Atmosphäre normalerweise nur selten und kurzzeitig vorhanden ist.
Groups A-D zugelassen zur Verwendung bei explosiven Gasen, die in den Gruppen A bis D definiert sind. Hierzu gehören z. B. Acetylen, Wasserstoff, Ethylen und Propan.

Other Resources

Application Notes:

ATEX Certification Backgrounder »
A Brief Look at ATEX and its impact on the U.S. »
Troubleshooting process loops in potentially explosive atmospheres »
Calibrating Pressure Transmitters and Switches in Potentially Explosive Atmospheres »

Product Data Sheets:

707Ex Intrinsically Safe Loop
Calibrator »

718Ex Intrinsically Safe Pressure Calibrator »
725Ex Multifunction Process Calibator »

Important Industry Links:


Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc., (US) »
Electrical Contractors Association (UK) »
Dept. of Trade & Industry (UK) »
Institution of Electrical Engineers (UK) »
Health and Safety Commission (UK) »
European Commission »
Canadian Standards Association »
Factory Mutual (Canada & U.S.) »
International Electrotechnical Commission »
KEMA Registered Quality Nederland BV (KEMA – Europe) »
National Fire Protection Association (U.S) »
U.S. Department of Labor  Occupational Safety & Health Administration »
ZELM Ex e.K. (Europe) »
Home  |  Index  |  Unternehmensprofil  |  Datenschutz  |   Fluke-Nutzungsbedingungen  |  Verkaufsbedingungen  |  Geschäftsbedingungen für Servicedienstleistungen  |   Impressum © 1995 - 2017 Fluke Corporation