Thermografie in der Glasherstellung
Die Überwachung von Temperaturen an kritischen Verbindungspunkten während der Produktion ist für das vollständige Verständnis und die effiziente Steuerung der Glasherstellungsprozesses unerlässlich. Da der Glasherstellungsprozess dem Wesen nach thermisch ist, hängt die Qualität des hergestellten Glases davon ab, ob die Temperaturen verschiedener Elemente wie Glasform, Glasposten, Edelstahlförderband und Ofen genau gemessen werden. Der Einsatz von leicht bereitzustellender Thermografietechnik zur Überwachung der einzelnen Temperaturen und die Verhinderung elektrischer und mechanischer Ausfälle durch herkömmliche vorausschauende Instandhaltung mit dieser Technik können die Produktqualität verbessern und durch weniger Ausfälle die Kosten senken.
Prozessüberwachung
Temperatur des Glaspostens – Glas wird in einem Fließkanal vom Ofen in die Form befördert. Am Ende des Kanals wird das Glas von einem Kolben in Kugelform („Glasposten“) in Kanäle gedrückt, die zur Formmaschine führen. Die Überwachung der Temperatur der Glasposten ist äußerst wichtig, da sie Gewicht und Viskosität des Glases sowie die Bildung des Hohlraums in der Form steuert. Daher kann die Qualität des Endprodukts durch praktische, berührungslose thermische Untersuchungen der Glasposten beim Verlassen des Kolbens gewährleistet werden.
Bandtemperatur – Glasbehälter werden auf einem Edelstahlförderband von der Formmaschine in den Kühlofen transportiert. Damit die Glasbehälterböden nicht ungleichmäßig durch das Förderband abgekühlt werden und es dadurch zum Bruch kommt, wird das Band mithilfe von Gasflammen aufgeheizt, bevor die Abfüllmaschinen erreicht werden. Die Temperatur des Förderbands muss in regelmäßigen Abständen gemessen werden. So wird Bruch verhindert, und es werden Erlöse erzielt, die die Rentabilität in einer wettbewerbsbetonten Branche aufrechterhalten kann. Eine Wärmebildkamera ist für derartige Anwendungen hervorragend geeignet.
Vorbeugende Instandhaltung
Glasform – Es ist wichtig, dass Hersteller von Glasbehältern die Temperatur der Glasform genau überwachen, da sie sich auf die Qualität der Behälter auswirkt. Kühlt die Form nicht richtig, verformt sich der Behälter nach dem Verlassen der Form. Ist die Form zu kühl, kann der Behälter nicht wie gewünscht geformt werden. Daher ist der Einsatz von Thermografietechnik für Hersteller von Glasbehältern vorteilhaft. Sie können damit regelmäßig die Formtemperaturen messen und so sicherstellen, dass die Abkühlung bei der richtigen Temperatur erfolgt.
Ofenüberwachung – Das Schmelzen von Rohmaterialien zu Glas auf sparsame Weise erfordert eine stetige Überwachung und Beobachtung. Je nach Größe können Glasöfen täglich zwischen 50 und 600 Tonnen Glas produzieren. Die meisten Öfen werden durch Zufuhr von Erdgas über die Seitenöffnungen betrieben. Die Schmelztemperatur liegt bei ca. 1200 °C. Das geschmolzene Glas fließt schließlich aus dem Ofen durch die Zufuhrkanäle in die an den Ofen angeschlossenen Formmaschinen. Zustand und Sicherheit der feuerfesten Struktur des gesamten Ofens und des Veredlers sind äußerst wichtig. Eine Wärmebildkamera für hohe Temperaturen kann sehr leicht für Prüfungen eingesetzt werden, um die Möglichkeit von Glasbruch oder Versagen des feuerfesten Materials zu minimieren. |